„Stütze der Gesellschaft“

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„Stütze der Gesellschaft“

Kräftig ins Schwitzen kam Judith Gerlach am Donnerstagabend nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen. Die Landtagsabgeordnete besuchte auf Einladung der Vorstandschaft des TuS Leider das Boxtraining des Vereins und fand sich schnell mit Boxhandschuhen dem zwölfjährigen Theodor Richter gegenüber, der die 29jährige in die Kunst des Faustkampfes einführte.

„Respekt! Dieser Sport erfordert nicht nur Kraft, sondern auch Konzentration, Schnelligkeit und Technik“, zeigte sich Judith Gerlach von der Trainingseinheit beeindruckt.

Auch einige Mädchen trainieren im Boxraum des TuS Leider, der an sporttypischer Rustikalität nichts vermissen lässt und sich im Keller der vereinseigenen Sporthalle befindet. Die Boxabteilung des rund 1.200 Mitglieder starken Vereins zählt zwar nur etwa 70 Sportler, ist aber sehr erfolgreich: Sieben Meistertitel in verschiedenen Gewichtsklassen holten die Boxerinnen und Boxer im vergangenen Jahr nach Aschaffenburg-Leider.

Darüber hinaus beteiligt sich die Boxabteilung des 1893 gegründeten Verein seit 2009 am Programm „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Dieses zielt darauf ab, Zuwanderer in Vereine zu holen und auf diesem Weg verstärkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. „Rund 60 Prozent der Boxer haben ausländische Wurzeln“, erzählt Abteilungsleiter Christian Reidelbach. Viele kommen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion; die beiden Trainer stammen aus Kasachstan und Moldawien. Andere haben polnische, bosnische, iranische, türkische, spanische oder griechische Wurzeln. Ein gelungenes Beispiel für „Integration durch Sport“ ist Vedat Saritag, der im Alter von zehn Jahren mit seiner kurdischen Familie aus der Türkei geflohen ist. Früher ein aggressiver Jugendlicher, hat er durch den Boxsport gelernt sich zu beherrschen. Nun hat der Sportler das Fachabitur fest im Blick und die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt.

Judith Gerlach: „Es ist toll, was die Vereinsverantwortlichen, Betreuer und Trainer hier leisten. Solch aktive Vereine sind eine elementare Stütze unserer Gesellschaft, denn sie verbinden Generationen und Nationalitäten“.

b05


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