Mama und Abgeordnete – ein Gegensatz?

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Mama und Abgeordnete – ein Gegensatz?

Seit dem 6. April sind für Judith Gerlach und ihren Mann Tobias die Nächte kürzer und die Tage länger. Mit der Geburt ihres Sohnes Samuel verändert sich nun vieles für die junge CSU-Landtagsabgeordnete. Noch vor zweieinhalb Jahren als Rechtsanwältin tätig und dann über die unterfränkische Liste in den Bayerischen Landtag gewählt – sicherlich eine Wende im Leben von Judith Gerlach, die nicht fest eingeplant war. Berufspolitikerin von heute auf morgen, obwohl der Job in der Kanzlei doch eigentlich viel Spaß macht? – die Schweinheimerin ist diesen Weg gegangen, ohne ihn je zu bereuen. Mit viel Engagement arbeitet sie für ihr Mandat in München und in der Heimat.

Nun ist der Sohnemann da, der größte Sonnenschein im Leben des jungen Paares. Der vollgepackte politische Terminkalender ist erstmal eingetauscht, gegen Termine, die man so gar nicht planen kann: wickeln, stillen und Strampler wechseln, sind nicht im Handy-Kalender speicherbar – der Kleine bestimmt, wann es Zeit ist.

Aber wie schön dies ist, wird Judith Gerlach erst jetzt deutlich, als sie das „Mama-sein“ selbst erfährt: „Wenn mir vor Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mal zu den Eltern gehören würde, die stundenlang verliebt ihr Kind betrachten könnten, ohne dass es langweilig wird, hätte ich wahrscheinlich nur ungläubig die Augenbrauen hochgezogen“.

Gebrüllt wird im Gitterbettchen – aber auch im Plenum

Das Leben als Politikerin und das Leben als Mama: einen größeren Unterschied kann man sich kaum vorstellen! – doch so einfach ist es nicht. Denn trotz augenscheinlich vieler Gegensätze, musste Judith Gerlach überrascht feststellen, dass es auch Ähnlichkeiten gibt: Gebrüllt wird nicht nur im Gitterbettchen, sondern manchmal auch im Plenum. Es ist zwar ein anderer Stress, wenn der Kleine wieder nach Nachschub schreit, aber die Erinnerungen an die etwas lauteren Landtagsdebatten, sind doch deutlich unangenehmer.

Die Politikerin stürmt von Ausschusssitzung zu Plenardebatte und wieder zurück in den Ausschuss – die Mama-Hektik ist da nicht weniger aufregend: zwischen Wickeltisch oder wenn das Bäuchlein zwickt oder nachts um drei, wenn der Kleine hellwach ist. „Ein strahlendes Kinderlächeln machen schlaflose Nächte in Sekunden wieder wett – ein Lächeln nach einer hitzigen Plenardebatte, bleibt allerdings meist aus“, muss die junge Mutter nun schmunzeld feststellen.

Spätestens nach der Sommerpause im September, will Judith Gerlach wieder zurück sein auf dem politischen Parkett. Da ihr Mann in Elternzeit geht und sie sich auf die Unterstützung von Großeltern, Tanten und Onkeln verlassen kann, sieht die junge Mutter und Politikerin auch dieser Doppelbelastung gelassen entgegen: „Wir werden das Kind schon schaukeln“, lacht sie.

Hier können Sie einen Bericht über Judith Gerlach „Schwangerschaft im Landtag“ von main.tv vom 2. Februar ansehen.


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